Aufbau einer Krawatte

Eine Krawatte ist ein durchaus komplexes Kleidungsstück, obwohl Sie nicht immer die Wertschätzung erfährt  die Sie verdient. Sie ist das beliebteste Accessoire  zu Ihrem Anzug. Eine Krawatte hebt Ihr Outfit gekonnt hervor. So kann durch den Einsatz von verschiedenen Farben ein einfacher schwarzer Anzug und weißes Hemd immer wieder ein neuer Look kreiert werden. Auf diese Weise können Sie mit einer z.B. grünen Krawatte zum Herbst den gleichen Anzug der im Sommer noch mit einer gelben Krawatte getragen wurde in neuem Glanz erstrahlen lassen. Auch Emotionen spielen bei der Krawattenwahl natürlich eine Rolle. Auf einer Beerdigung wird traditionell mit einer schönen schwarzen Krawatte (Trauerkrawatte) Ihr Mitgefühl für die betroffenen ausgedrückt. Aber gleichzeitig kann durch eine edle Ivory Krawatte (Hochzeitskrawatte) für den Bräutigam auf seiner Hochzeit  sehr viel Freude ausgestrahlt werden.

Sie sehen, die Krawatte ist sehr vielseitig und sollte in keinem gut geführten Kleiderschrank fehlen.

- Der Hauptkörper oder "Shell"
Der Umschlag oder auch Hauptkörper der Krawatte prägt das Erscheinungsbild. Sein Material ist ein Hauptbestandteil der Krawatte. Seide ist der beliebteste Stoff der für den Hauptkörper verwendet wird. Aber auch Wolle, Baumwolle, Polyester, Leder oder Leinen sind beliebte Materialien für eine Krawatte. Die Art und Weise, wie das Aussenmaterial geschnitten und gefaltet wird, bestimmt die Qualität des fertigen Artikels.

 

- Der "Loop"
Der Loop ist auch als Hüter der Krawatte bekannt. Dabei handelt es sich um eine kleine Schleife auf der Rückseite der Krawatte. Der Hauptzweck ist es, dass kleine Ende der Krawatte an Ort und Stelle zu halten. Da ein Verrutschen der schmalen Seite und eine damit einhergehende Sichtbarkeit macht das Erscheinungsbild schnell kaputt. Daher ist dieses kleine aber feine Detail sehr wichtig.

 

- Das "Tipping"
Das Tipping ist das Material, das verwendet wird, um die Rückseite des breiten Endes zu beenden. In den meisten Fällen werden die Krawatten mit einem Seiden- oder Polyestermaterial verbunden. Oft wird das Tipping für das Anbringen eines Logos oder Schriftzuges verwendet. Wenn eine Krawatte selbst getippt (self-tipped) ist, besteht die Spitze aus demselben Material wie der Umschlag der Krawatte. Ein self-tipping ist ein Indikator für eine hochwertige Krawatte, was aber nicht bedeutet, dass ein Schlips der kein self-tipping hat automatisch von geringer Qualität ist.



 

- Der "Bar Tack"
Der bar tack ist ein Stich, den Sie auf jeder Krawattenrückseite sehen. Dieser hält die zwei überlappenden Seiten zusammen.

 

- Das "Interlining"
Das Innere der Krawatte ist normalerweise aus Wolle, Polyester oder einer Wollmischung hergestellt. Hierbei wird die Einlage in die Krawatte eingelegt, bevor Sie gefaltet und genäht wird. Die Qualität der Einlage sowie die Dicke ist ein wesentlicher Teil einer Krawatte. Es bestimmt wie die Krawatte fällt, wie Sie aussieht und ob Sie knittert. Der aber wohl wichtigste Punkt ist, dass das Lining für einen schönen Krawattenknoten sorgt. Bis auf die 6-fold und 7-fold Krawatten haben fast alle eine Einlage.

 

- Das Nähen "Stiching"
Um alle Teile der Krawatte zusammenzufügen, ist Nähen erforderlich. Obwohl es nicht sehr offensichtlich ist, spielt die Naht eine große Rolle für die Gesamtqualität der Krawatte. Ein Hochwertiger Schlips ist handgenäht und enthält einen Passstich, der "slip stich" ist verdeckt und verläuft über die gesamte Krawattenlänge. Dabei werden die 2 überlappenden Seiten der Krawatte zusammengehalten. Wie Sie vielleicht von hochwertigen Modellen wissen, ist die Naht lose, so dass es auch bei mehrmaligem Krawatte binden nicht reißen kann.


Stephan Jung 10.09.2018